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Im Hochsommer 2026 hat es wieder überall in Europa gebrannt. Frankreich, Spanien, Italien waren massiv betroffen. Auch Nordrhein-Westfalen blieb nicht verschont: Mitte August brannte im Hürtgenwald im Kreis Düren eine Fläche von rund 300 ha. Die Einwohner des Ortes Gey mussten evakuiert werden; zeitweise waren rund 1.800 Einsatzkräfte im Einsatz. Sie wurden unterstützt durch Löschhubschrauber und Bergepanzer der Bundeswehr sowie etliche Landwirte, die mit ihren Tankfahrzeugen unermüdlich Wasser heran schafften. Besondere Probleme bereitete hier die Munitionsbelastung aus dem II. Weltkrieg dar.
Nicht allzu weit entfernt brannte auf belgischer Seite das Hohe Venn; eine besonders wertvolle Hochmoor- und Heidelandschaft. Hier waren ca. 3.000 ha betroffen. Im Jahr 2011 hat es dort schon einmal einen Brand gegeben auf etwa 1.400 ha. Sowohl in Belgien als auch im Raum Monschau mussten Menschen evakuiert werden. Feuer im Moor lässt sich nicht so leicht löschen, es schwelt in der Tiefe u.U. weiter. Auch hier waren viele Einsatzkräfte und Landwirte im Einsatz.
Das sind die Auswirkungen der langanhaltenden Trockenheit und der steigenden Temperaturen.
Wälder und Moore speichern Kohlenstoff und Wasser, kühlen die Landschaft und schützen Böden. Der Klimawandel macht unsere Wälder und das Hohe Venn anfälliger für Brände - und jede verlorene Fläche verschärft die Klimakrise zusätzlich.
Die Folgen der Klimakatastrophe treffen uns alle. Besonders Kinder, geschwächte und ältere Menschen leiden unter den zunehmenden Hitzewellen. Die zahlreichen Hitzetoten verdeutlichen dramatisch, dass extreme Hitze Menschenleben fordert. Bei Katastrophen wie den aktuellen Waldbränden, riskieren Feuerwehrleute und ehrenamtliche Helfer ihr Leben. Menschen müssen vor dem Feuer in Notunterkünfte flüchten und haben Angst davor, alles zu verlieren.
Der BUND warnt seit Jahrzehnten: Es reicht nicht, die zunehmenden Folgen des Klimawandels zu bekämpfen. Wir müssen endlich seine Ursachen begrenzen. Denn wenn wir nicht handeln, wird uns der Klimawandel teuer zu stehen kommen. Jede/r von uns wird immer mehr Geld aufwänden müssen, um sich gegen Hitze, Trockenheit und andere Folgen zu schützen. Ohne konsequente Maßnahmen wird ein gutes und sicheres Leben in unserer Region immer schwerer. Klimageräte für KiTa und Altenheime oder Subventionen an Landwirte für deren Ernteausfälle sind nur ein Kurieren an den Symptomen und stellen keine Lösung des Problems dar.
Absolut unverständlich ist daher, dass im politischen Raum wichtige Förderungen für eine klimafreundliche Zukunft gestrichen oder zurückgefahren werden und gleichzeitig erneut über einen längeren Abbau der Braunkohle diskutiert wird. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst äußert angesichts der dramatischen Lage im Hürtgenwald sein Bedauern.
Herr Wüst, Anteilnahme allein reicht nicht aus! Den Worten müssen endlich konkrete politische Maßnahmen folgen. Wer die Folgen des Klimawandels beklagt, muss auch bereit sein, seine Ursachen konsequent zu bekämpfen.
Ein innerdeutsches Verbot von Kurzstreckenflügen und ein Tempolimit auf Autobahnen wirkt rasch – da sind sich sämtliche Experten einig.
Auch in unserer Region werden aus Sicht des BUND falsche Prioritäten gesetzt. In der Städteregion Aachen fließen erhebliche öffentliche Mittel in den aus unserer Sicht klimapolitisch nicht vertretbaren Einsatz öffentlicher Mittel zur Förderung des Freizeitflugverkehrs am Flugplatz Merzbrück. Dieses Geld wäre besser in nachhaltige und zukunftsfähige Maßnahmen investiert, die unsere Region widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels machen und gleichzeitig seine Ursachen bekämpfen.
Unsere Wälder und Moore brennen. Menschen sterben an Hitze. Einsatzkräfte riskieren ihr Leben. Die Warnsignale sind unübersehbar. In den letzten 25 Jahren ist zu wenig geschehen. Wir können es uns nicht länger leisten, den Klimaschutz aufzuschieben.